Nordspanien

Dieses Jahr dürfen wir Fabienne (Ramonas Schwester) und ihr Partner Justin mit ihrem 4×4 Sprinter für zwei Wochen bei einem Offroad Trip durch den Norden Spaniens begleiten. Fabienne dokumentierte unsere Reise mit Bildern und Texten auf untenstehendem Polarsteps-Link bereits tatkräftig, sodass wir nur eine Zusammenfassung über die zwei Wochen zusammen machen werden. Natürlich gibt es während den zwei Wochen auch einiges an Videomaterial, dass wir euch nicht vorenthalten möchten.

Für die Suche der Offroad Tracks verwenden wir wiederum die Pistenkuh-Bücher und Navigationsgeräte, welche uns auf die schönen Routen führen. 

Die gemeinsame Reise begann am 10. August 2024 um ca. 3:30 Uhr. Wir fuhren von der Schweiz über den Jura Richtung Bordeaux, wo wir zwischen Boredaux und Mimizan einen ruhigen Übernachtungsplatz fanden. Am nächsten Tag ging es weiter nach Spanien, wo wir bereits eine erste steile Strasse hochfahren durften (vielen Dank Google Maps für die für normalen Autos unfahrbaren Routenvorschläge). Justin und Dorian wären am liebsten gleich in die Offroad Routen eingestiegen und konnten schon fast nicht mehr darauf warten. Trotzdem schadete es nicht, sich erstmal eine Übersicht zu verschaffen. Durch die herunterladbaren Routen und das Navigerät von Justin konnten wir schnell starten und begaben uns dann am Tag darauf auf das erste Offroad-Abenteuer. Uns fiel schnell auf, dass die zwei Autos unterschiedlicher nicht sein könnten. Hiace: Klein, schmal, leicht und wendig. Sprinter: Viel Bodenfreiheit und viel grössere Pneus. Trotzdem glichen sich die Vor- und Nachteile jeweils ziemlich gut aus, sodass wir in einem Tempo reisen konnten, dass für beide gut funktioniert hat. Wir fanden uns schnell wieder zurecht und wir glauben, die im letzten Jahr gesammelte Offroad-Erfahrung lässt unsere Komfortzone nicht mehr so schnell verlassen. Könnte das daran liegen, dass wir hier nicht über Dünen fahren (if you know, you know)?

Anfangs machte uns die Hitze noch zu schaffen, das änderte aber ziemlich schnell und es wurde nass und extrem feucht. Dies hatte zur Folge, dass wir mitunter auch glitschige Passagen befahren durften. Jaja, die Bridgestone KO2 (Reifen), die auf beiden Autos aufgezogen sind, kennen wir ja. Sobald es nur noch matschig ist und keine Steinpigmente mehr drin sind, sind diese kaum mehr fahrbar und gehorchen etwa so gut wie ein pubertierender Teenager. So kam es wie es kommen musste: Justin wollte ein «kleiner Show off» für die Kamera machen, was dann darin endete, dass wir unser von der Mongolei in Rente geratenes Abschleppunternehmen wieder reaktivieren mussten. Soft-Shakles und das Snatch Strap (inklusive einem kaum mehr demontierbarem Grinsen auf unseren Gesichtern) bewähren sich einmal mehr und der Sprinter stand schnell wieder in der freien «Wildbahn». Die vielen Offroad-Pisten waren sehr schön und belohnten uns mit unbeschreiblichen Aussichten über dünnbesiedelte Teile Nord-Spaniens. Hier gibt es noch grössere Abschnitte, wo keine Menschenseele anzutreffen ist (abgesehen von den Joggern, die immer wieder einmal aus dem Nichts auftauchten und an uns vorbeirannten). Wir sind sehr erstaunt darüber, wie sauber es hier ist. Die Schweiz ist leider kein Stück besser, im Gegenteil, wir empfanden es (vor allem in der Natur) sauberer als bei uns.

Die anfänglich scheinende Offenheit von östlichen Ländern vermissen wir hier etwas, jedoch war auch niemand unfreundlich. Wir glauben, Spanier sind in ihrem eigenen Land einfach ein wenig zurückhaltender und erinnern uns schon ein wenig an die «Bünzli» Schweizer. Einmal mehr eine Erinnerung an uns, uns selber gegenüber fremdem offen zu verhalten. In der Türkei hatten wir ja schon gelernt, dass es sich in heissen Gebieten lohnt in bergige Regionen zu fahren (kühler, feuchter, angenehmer, etc.), auch das können wir hier wieder unterschreiben. Die Nächte waren nie heiss und wir konnten uns gut von den Strapazen erholen. Nordspanien war für uns sehr abwechslungsreich und das Meeresklima zaubert vielerorts sehr unterschiedliche Klimazonen hin.

Für uns ist die Reise auch ein Abschied von den «alten» Abenteuer zu Zweit und wir bereiten uns mental schon auf die «Dreisamkeit» als kleine Familie vor. Unser «blinder» Passagier wächst stark heran und die Auszeit tut uns gut, sodass wir es kaum mehr erwarten können, das kleine Wunder an unseren Abenteuern teilhaben zu lassen. Wir hoffen, dass wir nach wie vor in einem ähnlichen Modus unsere zukünftigen Reisen machen werden. «time will tell».